Der Lapis Lazuli ist, wie viele meinen kein Mineral. Lapis Lazuli ist genau genommen ein Mineralgemisch. Das Mineralgemisch Lapis Lazuli besteht aus verschiedenen Mineralien. Die Anteile der einzelnen Mineralien können je nach Fundort variieren. Der Lapis Lazuli besteht in der Hauptsache aus Lazurit (einer Feldspatvariante die dem Lapis Lazuli den goßten Teil seiner Farbe vrleiht), Calcit und Pyrit. Als Nebengemengeanteile kommen Afghanit, Apatit, Dolomit, Hauyn, Nephelin, Schwefel, Tremolit, Diopsit und Sodalith vor. Die in der Hauptsache farbgebenden Mineralien sind Lazurit, Sodalith und Hauyn. Der Calcit bildet unter anderem die weißen Bänder im Lapis Lazuli. Der Pyrit findet sich in Form von goldfarbenen Punkten, Flecken und Bändern. Diese gelten auch als Echtheitsnachweis für den Lapis Lazuli. Die schönsten Steine sind von ultramarinblauer Farbe. Die Farbe dieses Lapis Lazuli wird in der Hauptsache durch Schwefel-Anionen verursacht, welche in den enthaltenen Mineralien vorkommen. Diese verursachen auch den typischen Geruch, der beim Schleifen von Lapis Lazuli entsteht. Je intensiver der Geruch ist desto intensiver die blaue Farbe des Lapis Lazuli.
Der Lapis Lazuli hat eine lange Entstehungsgeschichte.
Die ursprünglichen Ausgangsgesteine waren neben anderen Gesteinen in der Hauptsache mächtige Kalksteinsedimente und Granite. Diese existierten schon lange bevor die Gebirge der heutigen Fundstätten des Lapis Lazuli entstanden sind. Diese Gesteine sind durch tektonische Bewegungen der Erdkruste in größere Tiefen gelangt. Dabei gerieten diese zunehmend unter Druck. In der Tiefe wirkte zu dem die Hitze aus dem Erdinneren auf diese Gesteine ein. Es begann ein langsamer Umwandlungsprozess. Damit begann die Geburtsstunde des Lapis Lazuli. Die vorhandenen Mineralien der Gesteine wurden unter hohem Druck und starker Hitze umgeformt. Zum Teil entstanden aus diesen Mineralien neue Mineralien, welche die Ausgangsmineralien für den Lapis Lazuli werden sollten. Mit der Umwandlung der Mineralien entstanden neue Gesteine, in denen sich später auch der Lapis Lazuli finden sollte. Aus dem Granit wurde Gneis, aus dem Kalkstein wurde Marmor. Dieser Vorgang wird als Metamorphose bezeichnet.
Weitere Gesteine, die unter diesen oder ähnlichen Bedingungen entstanden sind, sind Amphibolit und Peridotit. Während dieser Prozesse haben sich die Mineralien gebildet, die zur Entstehung von Lapis lazuli notwendig waren. Diese wurden bereits anfangs aufgeführt.
In einigen Bereichen der Gesteine sammelten sich diese Mineralien an und bildeten das Mineralgemisch Lapis Lazuli. Ein weiterer, gewaltiger Prozess war notwendig, damit die Menschheit den Lapis Lazuli überhaupt zu Gesicht bekommen konnte. Dieser Prozess setzte ein, lange bevor der Mensch die Erde betrat. Es war die Gebirgsbildung. Die Kontinentalplatten schoben sich gegeneinander. Dadurch wurden die Gesteinsmassen in die Höhe gedrückt, aufgefaltet und aufgebrochen. Durch diese Prozesse wurden auch die Gesteinsschichten, in denen sich der Lapis Lazuli befindet aus der Tiefe angehoben und aufgebrochen. Es entstanden die Gebirge, wie der Himalaya, der Hindukusch und die Anden. Erst als diese Gebirge schon existierten, betrat der Mensch die Erde. Heute treten in diesen Gebirgen die Gesteinschichten zu Tage, in denen der Lapis Lazuli entstanden ist.
Die Fundstätten des Lapis Lazuli liegen in sehr abgelegenen und zum Teil sehr unzugänglichen Regionen. Die bedeutendsten Fundstätten für Lapis Lazuli in den Anden liegen auf über 6000 Metern Höhe. Ein Abbau des Lapis Lazuli ist dort nur im Hochsommer möglich. Der Lapis Lazuli wird zum Teil in Blockhalden an den Hängen gefunden. Der beste Lapis Lazuli stammt jedoch aus Steinbrüchen und Stollen.
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